Bürstadt Redskins

Redskins vs Pioneers – Wenn Bürstädter Fans blaue Sterne zählen müssen!

Was ist das für eine Freude. “Pfingstsamstag”, leicht bewölkt, nicht zu warm. Rein in die neuen maroonfarbenen Klamotten. Ab in’s Auto, Musik an und nach Rodgau gefahren. Yeah, Redskins-Day !!!

Nach den überzeugenden Siegen gegen die Gernsheim Gladiators ist uns sonnenklar: Die Jungs haben sogar gegen die Pioneers eine Chance. Vielleicht gehen sie ja Heute als Tabellenführer der Verbandsliga Süd vom Platz. Das wäre cool … dann Interconference gegen Koblenz … ein einziger weiterer Sieg … Aufstiiiiiiiiieeeeeeeeeeeg !!!

Dafür müsste zwar gleich erst mal ein Erfolg mit mindestens 17 Punkten Differenz her, weil das Hinspiel in dieser Höhe an die Rodgauer gegangen ist. Aber hey. Der Weg ist nicht das Ziel. Unsere Jungs haben in den letzten Wochen geil gespielt. Und überhaupt. Was schert uns der alte Konfuzius? Wir wissen es besser: Das Ziel ist das Ziel. Der Weg führt nur dort hin!

Auf der Fahrt nach Rodgau kommen ein kleiner Autobahnstau … sowie … bei uns minimale Bedenken. Der Brems ist verletzt, beide Merkels out of season, Garotti geht an Krücken. Oder war das der Madjeed? Oder sogar beide? Hat nicht Coach Lahm letzte Tage noch gewarnt, dass wir 13 Ausfälle im Team haben? Ach was. Staus erzeugen negative Gedanken. Davon lassen wir uns die gute Laune nicht nehmen. Unsere Jungs werden das schon schaukeln. Let’s gooooo, Redskins.

Und als wir dann in Rodgau den Platz der Pioneers endlich gefunden haben, gibt es erst mal eine Bratwurst mit Cola zur Stärkung und dann geht’s es weiter in Richtung Spielfeld. Die Pioneers sind bereits da. Beim WarmUp. Sehr diszipliniert und sehr lautstark. Fast militärisch. Mal eben den Gegner durchgezählt. Was? An die 50 Mann in blau, mit Sternchen auf den Jerseys. Flankiert von ebenso gekleideten Jugendspielern. Vielleicht nochmal so an die 30. Was haben die hier vor? Und wann kommen die Redskins zum WarmUp?

Je näher wir dem Spielfeld kommen, desto mehr wächst die erschreckende Gewissheit: Auch unsere Jungs sind bereits auf dem Feld. Heute im weissen Jersey. Aber 28 weisse Indianer fallen neben dieser massiven blauen Wand kaum auf. Nur 28? Der Malte Pertzsch läuft auch schon unrund, fällt uns auf. Reiss dich ja zusammen. Wir brauchen Heute jeden Spieler.

Wie war das nochmal? Rodgau hat vor kurzem noch Oberliga gespielt? Und deren U19 spielt Bundesliga? Oh Mann. So langsam wird uns bewusst, was da Heute auf unsere Jungs wartet. Ein vor Kraft strotzender und sportlich mit allen Wassern gewaschener Gegner, der in den vergangenen drei Wochen spielfrei hatte und die Mannschaft regenerieren sowie bestens auf die Redskins vorbereiten konnte. Richtig bewusst wird uns das dann beim Einlauf. Da rennen fast 100 besternte Blauröcke auf den Platz. Ja, klar. So ungefähr 25 Cheers sind dabei. Aber was soll das? 100? Wir sind doch hier nicht bei der NFL. Egal. Wir Redskins lassen uns durch statistische Werte nicht einschüchtern. Wir kämpfen.

Als die Rodgauer direkt im ersten Drive sieben Punkte auf die Ergebnistafel bringen, hören wir aus der Bürstädter Fanmeile noch jemanden “Zuuuuufalllll” schreien. Na ja, denken wir so bei uns. Die Defense ist einfach noch nicht ganz im Spiel angekommen. Das wird schon noch und ist gar kein Problem. Unsere Offense wird das gleich wieder zurechtrücken. Im letzten Spiel war schliesslich phasenweise jeder Drive ein Touchdown für unsere Jungs. Und cool, jetzt kommt unsere Überoffense auf den Platz. Die zeigen den blauen Sternchenträgern gleich wo der Bürstädter Tomahawk hängt. Und die Defense wird sich dann auch noch einkriegen.

Doch  dann kommt diese stimmungszerstörende Phase im Spiel, die jeder Fan fürchtet. Wenn nämlich die Erkenntnis wächst, dass man mit Euphorie allein keine Spiele gewinnt.

Du kannst nicht in einer Offense-Line vier Positionen ohne Leistungsverlust kompensieren. Selbst wenn du so granatenstarke Runningbacks hast wie wir, geht das nicht. Kommt vorne kein Block, dann bleibt der Ballträger in der gegnerischen Defense hängen. Stösst die gegnerische Line gar durch deine O-Line, dann hat der QB keine Zeit um einen guten Pass zu werfen.

Mit der Defense verhält es sich nicht anders. AF ist eben ein Spezialistensport. Nicht wie beim Soccer, wo der Neuer mal eben zum Tribblinghulk mutiert und der Kimmich ausser als Schiri in jeder Position spielen kann.

Hätte sich der olle Konfuzius in seinen Weisheiten mal besser mit American Football und dessen kausalen Zusammenhängen beschäftigen sollen. Dann wär uns das alles schon viel früher klar geworden. Natürlich würden wir unsere Redskins trotzdem anfeuern. Vielleicht sogar noch intensiver. Auf jeden Fall aber weniger fordernd, sondern mehr aufbauend.

Wir lassen das weitere Spielgeschehen jetzt einfach weg. Denn es könnte möglicherweise nach Entschuldigung klingen, was es im Weiteren zu berichten gäbe. Keinesfalls weil unsere Jungs so schlecht wären. Rodgau ist Heute einfach die komplettere und dadurch erfolgreichere Mannschaft. Lediglich der beste Indianer dieses Spiels, Christian Steffan (nach Interception) und Wide-Receiver Jonas Schiller, beide mit Sensationsläufen über jeweils 60 Yards, werden an diesem Nachmittag noch messbares erreichen. Mit Jan Förderer und Pascal Eger wird das Bürstädter Lazarett hingegen noch weiter anwachsen. Wir wünschen den beiden schnelle Genesung und hoffen, dass sie beim Playoff um den dritten Platz gegen Eschwege (30.6. in Bürstadt) wieder fit sein werden. Am Ende wird es Heute 70:14 für die Pioneers stehen. Doch keiner von uns Fans wird mit der Mannschaft hadern. Denn unsere Indianer haben aufopferungsvoll gegen einen mächtigen Gegner gespielt. Danke dafür Jungs.

Am 30.6. kommen die Legionäre. Und dann Leute … dann wird der Tomahawk wieder ausgegraben. Let’s gooooo, Redskins !!!